Das perfekte Gebiss für dein Pferd: So findet ihr das richtige Modell

Ein Gebiss ist mehr als nur ein Stück Metall im Maul eures Pferdes – es ist das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Reiter und Tier. Doch welches Modell passt zu eurem Pferd? Ob Anfänger oder erfahrener Reiter, die Wahl des richtigen Gebisses entscheidet über Komfort, Sicherheit und die Qualität eurer gemeinsamen Arbeit. Wir zeigen euch, worauf es wirklich ankommt: von den verschiedenen Materialien über die richtige Passform bis hin zum Einsatzzweck. Denn ein falsches Gebiss kann nicht nur die Leistung beeinträchtigen, sondern auch das Vertrauen eures Pferdes erschüttern. Lasst uns gemeinsam die beste Lösung finden!

Materialien im Vergleich: Welches Gebiss passt zu eurem Pferd?

Das richtige Gebissmaterial beeinflusst Akzeptanz, Speichelfluss und Komfort eures Pferdes maßgeblich. Wir tauchen tief in die Welt der Materialien ein, um euch die Entscheidung für den passenden Begleiter im Pferdemaul zu erleichtern.

Edelstahl: Der bewährte und pflegeleichte Standard

Edelstahl ist langlebig, rostfrei und pflegeleicht. Sein neutraler Geschmack und Geruch machen es für viele Pferde akzeptabel. Allerdings bleibt es im Maul eher kühl und regt den Speichelfluss weniger an. Gut für unempfindliche Pferde, die ohnehin kauen. Für maulaktive Pferde, die mehr Anreiz zur Anlehnung benötigen, gibt es vorteilhaftere Alternativen.

Kupfer: Wärme und Speichelfluss für mehr Kautätigkeit

Kupfergebisse fördern aktiv den Speichelfluss. Im Maul erwärmt es sich schnell und oxidiert leicht, was einen süßlichen Geschmack freisetzt. Das stimuliert Kauen und Akzeptanz, ideal bei trockenen Mäulern. Kupfer ist weicher als Edelstahl und nutzt sich schneller ab. Regelmäßige Reinigung gegen Oxidation ist nötig.

Aurigan und Speziallegierungen: Komfort und Haltbarkeit vereint

Legierungen wie Aurigan, Sensogan oder Cyprium optimieren die Vorteile von Kupfer. Sie enthalten Kupfer, Zink und Silizium für kontrollierte Oxidation. Das Resultat: ein gleichmäßig süßlicher Geschmack, der Speichelfluss und Kautätigkeit fördert, kombiniert mit der Haltbarkeit von Edelstahl. Perfekt für empfindliche Pferde, die konstante Entspannung im Maul benötigen – eine lohnende Investition.

Sweet Iron: Süße Rostung als Kauanreiz

Sweet Iron Gebisse aus Eisen rosten kontrolliert bei Kontakt mit Speichel und Luft. Dieser Rost ist für Pferde unschädlich und erzeugt einen süßlich-herben Geschmack. Das stimuliert Speichelfluss und Kautätigkeit stark, hilft Pferden, die das Gebiss schlecht annehmen. Die rostige Optik ist gewöhnungsbedürftig, die Abriebfestigkeit geringer als bei Edelstahl. Gut für junge oder zähneknirschende Pferde zur Losgelassenheit.

Kunststoff und Kautschuk: Sanfte Wahl für sehr sensible Mäuler

Kunststoff- oder Kautschukgebisse sind erste Wahl bei sehr sensiblen Mäulern oder Metallallergien. Sie sind leicht, warm und bieten ein weiches, oft aromatisiertes Mundstück für bessere Akzeptanz. Junge Pferde oder solche mit empfindlichen Laden profitieren. Sie sind jedoch weniger haltbar und können von starken Kauern beschädigt werden. Kontrolliert regelmäßig auf Risse und scharfe Kanten; ersetzt sie bei Bedarf. Nur für ruhige Reiterhände.

Legierungen für empfindliche Pferdemäuler und aktive Kautätigkeit

Für extrem empfindliche Pferde sind Kunststoffe ohne Metallkern, Titan oder die Aurigan-Legierungen ideal. Sie fördern durch Geschmack und Wärme Speichelfluss und Kautätigkeit. Dies trägt zur Maulentspannung bei, reduziert Druckstellen und fördert eine weichere Verbindung zum Zügel. Aktives Kauen hilft, ein trockenes Maul zu vermeiden und die positive Gebissaufnahme zu unterstützen.

Disziplinspezifische Materialwahl und individuelles Anpassen

Die Materialwahl kann disziplinabhängig sein. Im Dressursport sind Aurigan- oder Edelstahlgebisse für konstante Anlehnung beliebt. Im Springsport oder für junge Pferde, wo mehr Kautätigkeit erwünscht ist, bieten Sweet Iron oder Kupfer Vorteile. Westernreiter nutzen oft Edelstahl oder Sweet Iron für klare Kommunikation. Denkt daran: Die Reaktion eures Pferdes ist immer entscheidend. Diese Empfehlungen sind eine erste Orientierung.

So testet Ihr die Gebissmaterialien direkt am Pferd

Testet neue Gebissmaterialien am besten unter fachkundiger Anleitung. Beobachtet genau die Reaktion eures Pferdes: Speichelt es ab? Kaut es entspannt? Ist es im Genick locker? Wirkt es zufrieden oder zeigt es Abneigung? Positive Anzeichen sind vermehrter Speichelfluss und aktives Kauen. Gebt dem Pferd etwas Zeit zur Gewöhnung. Bei dauerhaftem Unbehagen ist ein Materialwechsel ratsam.

Die richtige Gebisspflege für lange Haltbarkeit und Hygiene

Gute Pflege sichert Haltbarkeit und Hygiene. Reinigt das Gebiss nach jedem Ritt gründlich mit Wasser. Edelstahl und Aurigan sind meist unkompliziert. Kupfer- und Sweet Iron-Gebisse sollten ebenfalls gesäubert werden; Patina oder Rost muss nicht komplett entfernt werden. Kunststoffgebisse erfordern besondere Kontrolle auf Risse oder scharfe Kanten – ersetzt sie bei Beschädigung sofort, um Verletzungen vorzubeugen.

Nachdem Ihr im letzten Kapitel die verschiedenen Gebissmaterialien kennengelernt habt, tauchen wir nun tief in die Materie von Passform und Größe ein. Denn selbst das hochwertigste Gebiss aus dem besten Material nützt nichts, wenn es Eurem Pferd nicht richtig passt. Ein unpassendes Gebiss kann nicht nur zu Unbehagen führen, sondern auch Schmerzen verursachen und die Kommunikation zwischen Euch und Eurem Pferd erheblich stören. Lasst uns herausfinden, wie Ihr Druckstellen vermeidet und Eurem Pferd ein komfortables Erlebnis im Maul verschafft.

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Die richtige Breite finden: Maulwinkel und Gebissringe

Die Breite des Gebisses ist der erste und oft entscheidendste Faktor für eine gute Passform. Ist das Gebiss zu schmal, können die Ringe oder Seitenteile in die Maulwinkel Eures Pferdes drücken und dort Scheuer- oder Druckstellen verursachen. Das ist natürlich schmerzhaft und führt dazu, dass Euer Pferd versucht, dem Druck auszuweichen, anstatt Euren Hilfen zu folgen. Ist das Gebiss hingegen zu breit, rutscht es leichter im Maul hin und her. Das kann dazu führen, dass die Gebissringe an den Zähnen reiben oder das Gebiss generell unruhig liegt, was Eurem Pferd ebenfalls ein unangenehmes Gefühl vermittelt.

Um die richtige Breite zu messen, gibt es einen einfachen Trick: Nehmt ein Gebiss, das Euer Pferd bereits im Maul hat oder leiht Euch verschiedene Größen aus. Legt es Eurem Pferd ins Maul. Achtet darauf, dass auf jeder Seite zwischen dem Maulwinkel und dem Gebissring etwa ein halber bis ein Zentimeter Platz ist, also etwa der Platz eines kleinen Fingers. Das Gebiss sollte weder zu eng anliegen noch zu viel Spielraum haben. Eine andere Methode ist, einen Messstab oder ein Maßband vorsichtig an den Maulwinkeln Eures Pferdes anzulegen, um den Abstand zwischen den Laden (dem zahnlosen Bereich im Maul) zu ermitteln. Die meisten Gebisse sind in 0,5 cm Schritten erhältlich, sodass Ihr die passende Größe finden könnt.

Maulform und Zungenfreiheit: So passt das Mundstück perfekt

Neben der Breite ist die Form des Gebissmundstücks und wie es im Pferdemaul liegt, extrem wichtig. Hier spielen die Zungenfreiheit und die Lage der Laden eine große Rolle. Jedes Pferdemaul ist anders: Manche Pferde haben eine dicke Zunge, andere eine eher schmale, und auch der Platz zwischen Zunge und Gaumen variiert. Die Laden, also die Unterkieferäste, auf denen das Gebiss liegt, können ebenfalls unterschiedlich breit und empfindlich sein.

Wir gehen nun auf die gängigsten Mundstückformen ein und erklären, welche Vorteile sie bieten und für welche Pferde sie sich eignen:

  • Einfach gebrochene Gebisse: Diese Gebisse haben ein Gelenk in der Mitte. Wenn Ihr Zügelhilfen gebt, entsteht ein ‚Nussknacker-Effekt‘. Das Mittelstück drückt sich gegen den Gaumen und die beiden Schenkel auf die Zunge und die Laden. Für Pferde mit viel Platz im Maul und einer unempfindlichen Zunge können diese Gebisse gut funktionieren, wenn sie mit feiner Hand geritten werden. Bei sensiblen Pferden oder solchen mit wenig Platz im Maul kann dies jedoch unangenehm sein.
  • Doppelt gebrochene Gebisse (z.B. French Link oder Lozenge): Diese Gebisse haben zwei Gelenke und ein flaches oder ovales Mittelstück, das auf der Zunge liegt. Sie verteilen den Druck im Maul gleichmäßiger auf Zunge und Laden und vermeiden den ‚Nussknacker-Effekt‘. Sie passen sich der Zungenform besser an und sind oft die bevorzugte Wahl für Pferde mit empfindlichen Mäulern oder solche, die sich gegen einfach gebrochene Gebisse wehren. Sie fördern oft eine bessere Akzeptanz und ein entspannteres Kauen.
  • Olivenkopfgebisse: Bei dieser Art sind die Gebissringe fest mit dem Mundstück verbunden, wodurch die Übergänge glatter sind. Das verhindert, dass die Maulwinkel eingeklemmt werden, und sorgt für eine ruhigere Lage im Pferdemaul. Olivenkopfgebisse sind oft eine gute Wahl für Pferde, die empfindlich auf Gebisse mit lose beweglichen Ringen reagieren oder zu Scheuerstellen an den Maulwinkeln neigen. Sie bieten eine sehr direkte Einwirkung.
  • Wassertrense: Der Begriff ‚Wassertrense‘ bezieht sich primär auf die Art der Ringe, die lose und beweglich durch das Mundstück laufen. Diese Beweglichkeit gibt Eurem Pferd mehr Spielraum im Maul und ermöglicht eine flexiblere Einwirkung der Zügelhilfen. Sie ist oft eine gute Basis für junge Pferde oder für solche, die eine freie Bewegung des Gebisses im Maul bevorzugen. Die Wassertrense kann mit einfach oder doppelt gebrochenen Mundstücken kombiniert werden.

Druckstellen erkennen und vermeiden: Ein genauer Blick ins Pferdemaul

Druckstellen oder Reizungen im Pferdemaul sind ein klares Zeichen für ein unpassendes Gebiss. Ihr erkennt sie an geröteten Stellen, Schwellungen oder sogar Wunden an den Maulwinkeln, auf den Laden oder am Gaumen. Auch Verhaltensweisen wie Kopfschlagen, Zunge über das Gebiss legen, Zähneknirschen oder eine generelle Abneigung gegen das Gebiss sind Warnsignale. Um solche Probleme zu vermeiden, ist die korrekte Größe und Form essenziell. Prüft regelmäßig das Maul Eures Pferdes, besonders nach dem Reiten, um frühe Anzeichen von Druckstellen zu erkennen und schnell reagieren zu können.

Das Gebiss korrekt testen und dem Pferd die Eingewöhnung erleichtern

Um zu testen, ob das Gebiss korrekt sitzt, legt es Eurem Pferd an und zieht das Gebiss leicht nach oben, bis es Kontakt mit den Maulwinkeln hat. Es sollten sich ein bis zwei kleine Falten an den Maulwinkeln bilden – nicht mehr und nicht weniger. Prüft auch, wie viel Platz zwischen Zunge und Gaumen ist, wenn das Gebiss liegt. Das Mundstück sollte nicht gegen den Gaumen drücken. Wenn Ihr Euch unsicher seid, fragt einen erfahrenen Reitlehrer oder Tierarzt um Rat. Diese können Euch helfen, die Passform genau zu beurteilen.

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Die Eingewöhnung an ein neues Gebiss sollte immer sanft erfolgen. Beginnt mit kurzen Einheiten und achtet genau auf die Reaktion Eures Pferdes. Lobt jede positive Reaktion und seid geduldig. Manchmal braucht es einfach Zeit, bis sich ein Pferd an ein neues Gefühl im Maul gewöhnt hat. Vermeidet es, sofort lange oder anspruchsvolle Trainingseinheiten zu absolvieren. Gebt Eurem Pferd die Chance, das neue Gebiss ohne Druck zu erforschen.

Ein besonderer Tipp für Euch: Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass ein Gebiss mit beweglichen Ringen, wie es typisch für eine Wassertrense ist, eine sehr gute Wahl sein kann. Die beweglichen Ringe ermöglichen es dem Pferd, das Gebiss im Maul etwas zu ‚spielen‘ und es sich selbst bequemer zu machen. Dies kann bei manchen Pferden die Akzeptanz verbessern und für eine entspanntere Haltung sorgen.

Denkt daran, dass ein passendes Gebiss ein wichtiger Teil der gesamten Ausrüstung Eures Pferdes ist. Wer sich im umfassenden Pferdezubehör umschaut, wird viele Optionen finden. Wir empfehlen Euch, bei der Auswahl keine Kompromisse einzugehen, denn das Wohlbefinden Eures Pferdes steht immer an erster Stelle.

Einsatzzweck: Welches Gebiss für welche Disziplin?

Nachdem wir uns in den vorherigen Kapiteln ausführlich mit den verschiedenen Materialien und der perfekten Passform von Gebissen befasst haben, tauchen wir nun tief in die Welt der Reitdisziplinen ein. Jede Reitweise hat ihre eigenen Traditionen, Ziele und damit auch ganz spezielle Anforderungen an das Gebiss. Es geht nicht nur darum, was sich gut anfühlt, sondern auch darum, welche Art von Kommunikation Ihr mit Eurem Pferd in einer bestimmten Disziplin aufbauen möchtet.

Die Wassertrense: Dein freundlicher Einstieg in die Kommunikation

Beginnen wir mit dem Klassiker: der Wassertrense. Dieses Gebiss ist aus gutem Grund bei Anfängern und für die Ausbildung junger Pferde so beliebt. Es ist einfach gebrochen oder doppelt gebrochen und wirkt primär auf die Zunge und die Laden – das sind die zahnfreien Kieferpartien des Pferdes. Der Druck ist direkt und unverstärkt. Das bedeutet, Eure Zügelhilfen kommen nahezu eins zu eins im Pferdemaul an, ohne Hebelwirkung.

Für Einsteiger ist die Wassertrense ideal, weil sie eine klare und verständliche Kommunikation ermöglicht, ohne das Pferd zu überfordern. Euer Pferd lernt, Euren Zügelhilfen zu vertrauen, da der Druck schnell nachlässt, sobald Ihr nachgebt. Wir können Euch nur empfehlen, mit einer Wassertrense zu starten, da sie die Grundlage für eine feine und pferdefreundliche Reitweise legt. Denkt daran: Eine gute Grundausbildung beginnt mit sanfter, direkter Kommunikation.

Pelham und Kandare: Präzision für fortgeschrittene Hände

Wenn Ihr Euch und Euer Pferd weiterentwickelt habt, kommen Gebisse mit Hebelwirkung ins Spiel, wie das Pelham oder das Kandarengebiss. Diese Gebisse sind nicht für Anfänger geeignet, da sie eine sehr ruhige, erfahrene und präzise Reiterhand erfordern. Der springende Punkt hier ist der Hebelmechanismus.

Ein Pelham kombiniert die Wirkung einer Trense mit der eines Kandarengebisses. Es hat zwei Ringe pro Seite: einen für eine direkte Trensenwirkung und einen unteren Ring, der durch eine Kinnkette eine Hebelwirkung auf das Genick und die Unterkieferladen ausübt. Dadurch erhöht sich der Druck, und Ihr könnt mit weniger Kraftaufwand eine stärkere Reaktion erzielen. Das Pelham wird oft im Springen oder bei starken Pferden eingesetzt, die mehr Kontrolle benötigen.

Das Kandarengebiss, oft in Kombination mit einer Unterlegtrense als „doppelte Zäumung“ verwendet, ist die Königsklasse der Gebisse. Es wirkt hauptsächlich über den Hebel auf das Genick, die Unterkieferladen und die Zunge. Die lange Anzüge der Kandare verstärken die Zügelhilfen immens. Es erlaubt eine extrem feine Nuancierung der Hilfen, erfordert aber höchste Sensibilität und jahrelange Übung. In der Dressur auf hohem Niveau ist die Kandare unverzichtbar, um die absolute Durchlässigkeit und Versammlung des Pferdes zu erreichen.

Die Hebelmechanismen dieser Gebisse ermöglichen es, die Zügelhilfen präziser und mit weniger Aufwand einzusetzen. Aber Achtung: Fehlerhafte oder zu harte Zügelhilfen werden durch den Hebel ebenfalls verstärkt und können dem Pferd Schmerzen oder Unbehagen bereiten. Es geht darum, nicht stärker zu werden, sondern feiner.

Gebisswahl für spezifische Reitweisen

Lasst uns einen Blick auf die einzelnen Disziplinen werfen:

  • Dressur: Hier beginnt Ihr mit einer einfach oder doppelt gebrochenen Wassertrense oder einer Olivenkopftrense. Diese Gebisse ermöglichen eine klare Verständigung über Biegung und Stellung. Auf höheren Niveaus kommt dann die doppelte Zäumung mit Kandare und Unterlegtrense zum Einsatz. Hierbei ist die Unterlegtrense meist eine dünne, einfach gebrochene Trense, die für die seitliche Begrenzung und Stellung sorgt, während die Kandare die vertikale Haltung und Versammlung fördert.
  • Springen: Im Parcours braucht es oft schnelle Reaktionen und klare Ansagen. Viele Reiter bevorzugen hier eine Wassertrense, Olivenkopftrense oder D-Ring-Trense. Bei Pferden, die sich schwer regulieren lassen, kann ein Pelham oder ein Gogue-Gebiss (mit spezieller Verschnallung) für mehr Kontrolle sorgen. Wichtig ist, dass das Gebiss dem Pferd genügend Freiheit und Selbstvertrauen gibt, um über die Hindernisse zu springen.
  • Westernreiten: Auch hier startet man mit einer gebrochenen Wassertrense (oft als Snaffle Bit bezeichnet), um junge Pferde an die Zügelhilfen zu gewöhnen. Sobald das Pferd gut ausgebildet ist und die Grundlagen verstanden hat, wechselt man zu einer Western-Kandare (Curb Bit). Diese Gebisse haben ebenfalls eine Hebelwirkung, die aber oft in Kombination mit einem lockeren Zügel gehandhabt wird, um das Pferd hauptsächlich über Gewichtshilfen und Neck Reining zu steuern. Weniger ist hier mehr, und ein feiner Impuls genügt.
  • Freizeitreiten: Hier steht der Komfort für Pferd und Reiter im Vordergrund. Eine Wassertrense, Olivenkopftrense oder ein anatomisch geformtes, doppelt gebrochenes Gebiss sind oft die erste Wahl. Auch gebisslose Zäumungen wie ein Sidepull oder ein Kappzaum können hier zum Einsatz kommen, besonders bei Pferden, die sehr sensibel im Maul sind. Wir empfehlen Euch, das Gebiss zu wählen, mit dem sich Euer Pferd am wohlsten fühlt und Ihr Euch sicher fühlt. Manchmal kann auch eine Kombination aus Gebiss und passendem Pferdezubehör die optimale Lösung sein.
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Besondere Herausforderungen: Sensibilität und Zahnprobleme

Ein sensibles Pferd erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Gebisswahl. Hier gilt: Weniger ist oft mehr. Wählt ein Gebiss mit einem milden Mundstück, das gut im Maul liegt und möglichst wenig Druck auf empfindliche Stellen ausübt. Anatomisch geformte, doppelt gebrochene Gebisse oder solche aus Materialien wie Sweet Iron, die eine hohe Akzeptanz fördern, sind oft eine gute Wahl. Manchmal kann auch ein sehr leichtes Gebiss, beispielsweise aus Kunststoff, für mehr Komfort sorgen. Es geht darum, das Pferd nicht zu zwingen, sondern es einzuladen, sich an die Zügelhilfen heranzutasten.

Bei Pferden mit Zahnproblemen ist größte Vorsicht geboten. Zunächst muss immer ein Tierarzt oder ein spezialisierter Pferdezahnarzt konsultiert werden, um die genaue Ursache der Beschwerden abzuklären und zu behandeln. In manchen Fällen können spezielle Gebisse, die Aussparungen für besonders empfindliche Bereiche haben oder den Druck umleiten, eine Lösung sein. Manchmal ist es auch ratsam, für eine Übergangszeit oder dauerhaft auf eine gebisslose Zäumung umzusteigen, um dem Pferd Schmerzen zu ersparen. Eure Pferde werden es Euch danken, wenn Ihr ihre individuellen Bedürfnisse ernst nehmt.

Intelligente Kombinationen: Mehr als nur ein Gebiss

Manchmal ist nicht ein Gebiss die Lösung, sondern die Kombination verschiedener Elemente. Bei der Doppellonge beispielsweise könnt Ihr ein leichtes Gebiss, oft eine einfach gebrochene Trense, verwenden, um Eurem Pferd klare Richtungs- und Biegungshilfen zu geben. Die Arbeit an der Doppellonge kann eine hervorragende Ergänzung zum Reiten sein, um das Pferd muskulär aufzubauen und an neue Hilfen zu gewöhnen.

In der Dressur kennen wir bereits die doppelte Zäumung aus Kandare und Unterlegtrense. Diese Kombination erlaubt eine extrem differenzierte Kommunikation und ist für Pferde, die darauf vorbereitet sind, kein Schreckgespenst, sondern ein Instrument zur Verfeinerung der Hilfen. Es ist wie ein Orchester, in dem jeder Musiker sein Instrument meistert, um eine perfekte Symphonie zu spielen.

Der sanfte Übergang: Gebisswechsel mit Bedacht

Ein Gebisswechsel sollte niemals von heute auf morgen passieren. Stellt Euch vor, Ihr müsstet plötzlich ein ganz anderes Werkzeug für eine gewohnte Aufgabe verwenden. Euer Pferd braucht Zeit, um sich an die neue Art der Einwirkung zu gewöhnen. Beginnt mit kurzen Einheiten, vielleicht nur fünf bis zehn Minuten, und beobachtet Euer Pferd genau. Zeigt es Stresszeichen, Unbehagen oder Widerstand? Dann ist es möglicherweise noch nicht bereit, oder das Gebiss passt doch nicht. Lobt und belohnt jede positive Reaktion, auch die kleinste. Holt Euch im Zweifelsfall immer die Hilfe eines erfahrenen Trainers. Wir sind überzeugt, dass mit Geduld und Einfühlungsvermögen jeder Wechsel gelingen kann.

Das richtige Gebiss mit Gelduld auswählen

Die Wahl des richtigen Gebisses ist kein Hexenwerk – aber sie erfordert Geduld, Wissen und ein gutes Auge für die Bedürfnisse eures Pferdes. Ob Material, Passform oder Einsatzzweck: Jedes Detail trägt dazu bei, dass euer Pferd sich wohlfühlt und ihr besser zusammenarbeitet. Denkt daran, dass ein Gebiss kein statisches Accessoire ist – es sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Wenn ihr unsicher seid, probiert verschiedene Modelle aus und beobachtet, wie euer Pferd reagiert. Und falls ihr auf der Suche nach einem neuen Gebiss seid, schaut doch mal bei unseren aktuellen Deals vorbei: Unter doobeedoo.deals findet ihr hochwertige Ausrüstung zu unschlagbaren Preisen. Denn euer Pferd verdient nur das Beste – und ihr auch!