Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als den ersten Schluck eines perfekt zubereiteten Espressos zu genießen – diese intensive Aromenexplosion, gefolgt von der samtigen Crema, die sich auf der Zunge auflöst. Und dann das i-Tüpfelchen: ein kunstvoll gegossenes Herz oder eine Rosette im Milchschaum, das den Morgen oder den gemütlichen Nachmittag auf der Couch noch ein bisschen schöner macht. Kaffeezubereitung ist mehr als nur ein Ritual; es ist eine kreative Auszeit, ein kleines Abenteuer, das uns mit jedem Schluck belohnt. Egal, ob Ihr gerade erst in die Welt des Barista-Hobbys eintaucht oder schon ein paar Tricks draufhabt – hier findet Ihr alles, um Eure Fähigkeiten auf das nächste Level zu heben. Denn am Ende geht es nicht nur um den Kaffee, sondern um die Freude am Machen, das Staunen über das Ergebnis und die guten Laune, die damit einhergeht.
Warum frische Bohnen der erste Schritt zum Espresso-Glück sind
Stellt Euch vor, Ihr beißt in einen Apfel, der seit Wochen im Obstkorb liegt – mehlig, fade, einfach nicht mehr das, was er mal war. Genauso geht es Kaffeebohnen. Nach dem Rösten verlieren sie innerhalb von zwei bis drei Wochen etwa 60% ihrer Aromen. Der Feind? Sauerstoff. Er oxidiert die Öle in den Bohnen und macht sie ranzig. Deshalb gilt: Kauft nur so viel, wie Ihr in zwei Wochen verbraucht, und achtet auf das Röstdatum – nicht auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Frisch geröstete Bohnen erkennen Ihr am intensiven Duft und einer leicht ölig glänzenden Oberfläche.
Für Espresso eignen sich besonders dunkle bis mittlere Röstungen. Warum? Weil sie mehr Körper und weniger Säure entwickeln. Eine zu helle Röstung schmeckt oft grasig oder sauer, während eine zu dunkle Röstung verbrannte Noten mit sich bringt. Probiert am besten verschiedene Röstgrade aus, bis Ihr Euren Favoriten findet. Lagert die Bohnen in einem luftdichten Behälter bei Raumtemperatur – aber bitte nicht im Kühlschrank! Die Feuchtigkeit dort macht sie nur schneller kaputt.
Ein kleiner Tipp für Experimentierfreudige: Mischt verschiedene Bohnen. Ein brasilianischer Santos für Süße und Körper, kombiniert mit einem äthiopischen Yirgacheffe für fruchtige Noten, ergibt einen komplexen Espresso. Mehr dazu findet Ihr in unserem Guide zu Kaffeesorten und Röstungen.
Die Mahlung: Warum Puderzucker-Konsistenz der Sweet Spot ist
Stellt Euch vor, Ihr versucht, Wasser durch einen Sandhaufen zu gießen – das Ergebnis wäre ein tröpfelnder, schwacher Kaffee. Genau das passiert, wenn die Mahlung zu grob ist. Ist sie zu fein, wird der Kaffee bitter und überextrahiert. Die perfekte Mahlung für Espresso liegt irgendwo zwischen Meersalz und Puderzucker: fein genug, um Widerstand zu bieten, aber nicht so fein, dass das Wasser nicht mehr durchkommt.
Die Mahlung ist der wichtigste Faktor für die Extraktion. Selbst kleine Änderungen können den Geschmack dramatisch beeinflussen. Beginnt mit einer mittleren Einstellung und justiert dann nach. Ein guter Indikator: Wenn der Espresso zu schnell durchläuft (unter 20 Sekunden), ist die Mahlung zu grob. Dauert es länger als 35 Sekunden, ist sie zu fein. Die ideale Extraktionszeit liegt zwischen 25 und 30 Sekunden.
Noch ein Profi-Trick: Der WDT-Trick (Weiss Distribution Technique). Nehmt eine dünne Nadel oder einen speziellen WDT-Werkzeug und rührt das Kaffeepulver im Siebträger vorsichtig um. Das bricht Klumpen auf und sorgt für eine gleichmäßige Extraktion. Probiert es aus – der Unterschied ist verblüffend!
Wassertemperatur und Druck: Warum 9 Bar und 93°C der Goldstandard sind
Wasser ist der unsichtbare Star beim Espresso. Zu heiß (über 96°C) verbrennt es die Bohnen und macht den Kaffee bitter. Zu kalt (unter 90°C) extrahiert es nicht genug Aromen und schmeckt flach. Die ideale Temperatur liegt zwischen 90 und 96°C. Die meisten Siebträgermaschinen für den Hausgebrauch haben eine feste Temperatur, aber einige Modelle erlauben eine Feinjustierung. Wenn Eure Maschine das kann, probiert es aus und findet Eure perfekte Einstellung.
Der Druck ist genauso wichtig. 9 Bar sind das magische Maß – genug, um die Aromen aus dem Kaffeepulver zu pressen, aber nicht so viel, dass der Kaffee überextrahiert wird. Bei den meisten Maschinen ist der Druck vorgegeben, aber wenn Ihr die Möglichkeit habt, ihn anzupassen, achtet darauf, dass er stabil bleibt. Ein schwankender Druck führt zu ungleichmäßiger Extraktion und einem unausgewogenen Geschmack.
Ein kleiner Test, um zu sehen, ob Eure Maschine richtig eingestellt ist: Wenn der Espresso in einem gleichmäßigen, haselnussbraunen Strahl aus dem Siebträger fließt und sich eine dichte, goldbraune Crema bildet, seid Ihr auf dem richtigen Weg. Fließt er zu schnell oder spritzt er, stimmt etwas nicht.
Dosierung und Tampen: Warum 18 Gramm und gleichmäßiger Druck den Unterschied machen
Die Dosierung ist simpel, aber entscheidend: 18 bis 20 Gramm Kaffeepulver für einen doppelten Espresso. Zu wenig Pulver führt zu einem dünnen, wässrigen Ergebnis, zu viel macht den Kaffee bitter und überextrahiert. Wiegt das Pulver am Anfang mit einer Küchenwaage ab, bis Ihr ein Gefühl für die richtige Menge habt.
Jetzt kommt das Tampen – und hier machen viele den größten Fehler. Der Tamper sollte senkrecht auf das Pulver gedrückt werden, mit gleichmäßigem Druck von etwa 15 bis 20 Kilogramm. Klingt viel? Ist es auch! Aber keine Sorge, Ihr müsst nicht jedes Mal mit der Waage üben. Ein guter Trick: Stellt Euch auf eine Personenwaage und drückt mit dem Tamper nach unten, bis die Waage 15 bis 20 Kilogramm anzeigt. So bekommt Ihr ein Gefühl für den richtigen Druck.
Warum ist das so wichtig? Ein ungleichmäßig getamptes Pulver führt zu Kanälen, durch die das Wasser schneller fließt. Das Ergebnis: Ein Teil des Kaffees ist überextrahiert (bitter), der andere unterextrahiert (sauer). Wenn Ihr den WDT-Trick anwendet, wird das Pulver schon gleichmäßiger verteilt, aber das Tampen sorgt für den letzten Schliff.
Extraktionszeit und Verkostung: Warum 25 bis 30 Sekunden der Schlüssel zum perfekten Espresso sind
Die Extraktionszeit ist der Moment der Wahrheit. Zu kurz, und der Kaffee schmeckt sauer und dünn. Zu lang, und er wird bitter und verbrannt. Die ideale Zeit liegt zwischen 25 und 30 Sekunden. Wenn Euer Espresso zu schnell durchläuft, macht die Mahlung feiner oder erhöht den Tamperdruck. Wenn er zu langsam ist, macht die Mahlung gröber oder reduziert den Druck.
Jetzt kommt der spannende Teil: die Verkostung. Ein guter Espresso sollte ausgewogen schmecken – nicht zu sauer, nicht zu bitter. Die Crema ist ein guter Indikator: Eine goldbraune, dichte Crema mit feinen Bläschen zeigt eine gute Extraktion an. Wenn sie hell und wässrig ist, war die Extraktion zu kurz. Wenn sie dunkel und ölig ist, war sie zu lang.
Nehmt einen kleinen Schluck und lasst den Kaffee auf der Zunge verteilen. Schmeckt Ihr zuerst Säure, dann Süße und zum Schluss eine leichte Bitterkeit? Perfekt! Wenn die Säure dominiert, war die Extraktion zu kurz. Wenn die Bitterkeit überwiegt, war sie zu lang. Notiert Euch, was Ihr schmeckt, und passt die Mahlung oder den Tamperdruck entsprechend an.
Die häufigsten Fehler und wie Ihr sie vermeidet
Auch Profis machen Fehler – aber sie wissen, wie sie sie vermeiden. Hier sind die häufigsten Stolpersteine und wie Ihr sie umgeht:
- Zu lange Extraktionszeit: Wenn der Espresso länger als 30 Sekunden braucht, macht die Mahlung gröber oder reduziert den Tamperdruck.
- Zu kurze Extraktionszeit: Wenn er schneller als 20 Sekunden durchläuft, macht die Mahlung feiner oder erhöht den Tamperdruck.
- Falsche Temperatur: Wenn der Kaffee verbrannt schmeckt, ist das Wasser zu heiß. Wenn er flach schmeckt, ist es zu kalt.
- Ungleichmäßiges Tampen: Übt den Druck und achtet darauf, dass der Tamper senkrecht auf das Pulver gedrückt wird.
- Alte Bohnen: Kauft frisch geröstete Bohnen und verbraucht sie innerhalb von zwei Wochen.
- Falsche Mahlung: Investiert in eine gute Mühle und experimentiert mit der Einstellung.
Zum Schluss noch eine Checkliste für den perfekten Espresso:
- Frisch geröstete Bohnen (nicht älter als zwei Wochen)
- Mahlung fein wie Puderzucker
- 18–20 Gramm Kaffeepulver für einen doppelten Espresso
- WDT-Trick anwenden, um Klumpen zu vermeiden
- Gleichmäßiges Tampen mit 15–20 kg Druck
- Wassertemperatur zwischen 90 und 96°C
- Extraktionszeit zwischen 25 und 30 Sekunden
- Goldbraune, dichte Crema
- Ausgewogener Geschmack: nicht zu sauer, nicht zu bitter
Mit diesen Grundlagen seid Ihr bereit, Euren ersten perfekten Espresso zuzubereiten. Und denkt dran: Übung macht den Meister. Probiert verschiedene Bohnen, Mahlgrade und Techniken aus, bis Ihr Euren persönlichen Lieblingsespresso gefunden habt. Im nächsten Kapitel zeigen wir Euch, wie Ihr den perfekten Milchschaum für Latte Art zubereitet – stay tuned!
Warum die Milch den Unterschied macht: Von Kuh bis Hafer
Ihr habt den perfekten Espresso gezogen – jetzt fehlt nur noch der Milchschaum, der ihn zum Latte Macchiato oder Cappuccino macht. Aber welche Milch ist die beste? Klassiker ist Vollmilch: Sie hat genug Fett (3,5–4 %), um eine cremige Textur zu bilden, und genug Eiweiß, damit der Schaum stabil bleibt. Magere Milch schäumt zwar auch, wird aber schnell wässrig. Und laktosefreie Milch? Die funktioniert ähnlich wie Vollmilch, nur der Geschmack ist etwas süßlicher.
Pflanzliche Alternativen sind kniffliger. Hafermilch ist der Star unter den Barista-Milchsorten – sie schäumt fast wie Kuhmilch und hat einen neutralen Geschmack. Mandelmilch wird schnell zu flüssig, wenn sie zu heiß wird, und Sojamilch neigt zu großen Blasen. Der Trick: Sucht nach speziellen Barista-Versionen, die extra fürs Aufschäumen optimiert sind. Oder probiert es mit einer Mischung aus Hafer- und Sojamilch – das gibt mehr Stabilität.
Die Temperatur: Warum zu heiß alles kaputt macht
Milch aufschäumen ist wie Kochen: Die Temperatur entscheidet über Erfolg oder Desaster. Ideal sind 60–65 °C – heiß genug, um den Zucker in der Milch (Laktose) leicht karamellisieren zu lassen, aber nicht so heiß, dass die Proteine zerfallen und der Schaum bitter wird. Ein Thermometer ist die sicherste Methode, aber Ihr könnt auch die Hand am Milchkrug testen: Wenn er sich heiß anfühlt, aber noch berührbar ist, passt es.
Wichtig: Die Milch wird nach dem Aufschäumen noch 2–3 °C heißer. Also lieber etwas früher aufhören. Und nein, kochende Milch schmeckt nicht nur verbrannt – sie zerstört auch die feine Textur, die Ihr für Latte Art braucht.
Der Trick mit der Dampflanze: So wird aus Milch Microfoam
Jetzt geht’s ans Eingemachte: Wie bekommt man diesen seidigen, fast flüssigen Schaum, den Profis „Microfoam“ nennen? Der Schlüssel liegt in der Technik. Beginnt mit der Dampflanze knapp unter der Milchoberfläche – so zieht Ihr Luft in die Milch und erzeugt den ersten Schaum. Sobald die Milch etwa ein Drittel mehr Volumen hat, taucht Ihr die Lanze tiefer, bis sie fast den Boden des Kruges berührt. Jetzt geht’s darum, die Milch in eine rollende Bewegung zu versetzen, fast wie einen Whirlpool. Das bricht große Blasen auf und verteilt die Luft gleichmäßig.
Der Krug sollte dabei schräg gehalten werden, damit die Milch optimal zirkulieren kann. Die Dampflanze sitzt idealerweise leicht seitlich im Krug, nicht in der Mitte. So entsteht ein gleichmäßiger Wirbel, der den Schaum glättet. Wenn Ihr ein zischendes Geräusch hört, haltet die Lanze zu hoch – dann bildet sich nur grober Schaum. Ein gleichmäßiges, fast surrendes Geräusch ist das, was Ihr wollt.
Polieren und perfektionieren: Der letzte Schliff
Sobald die Milch die richtige Temperatur erreicht hat, nehmt die Dampflanze raus und klopft den Krug einmal kurz auf die Arbeitsfläche. Das entfernt letzte große Blasen. Dann „poliert“ Ihr den Schaum, indem Ihr die Dampflanze nochmal kurz (1–2 Sekunden) in die Milch taucht und den Wirbel verstärkt. Das gibt dem Schaum den letzten Schliff – glatt wie Seide und ohne sichtbare Blasen.
Ein häufiger Fehler: Zu viel Luft reinziehen. Dann wird der Schaum zu steif und eignet sich nicht für Latte Art. Lieber weniger Luft und mehr Rollen, bis die Milch eine glänzende, fast flüssige Konsistenz hat. Und noch ein Tipp: Verwendet den Schaum sofort! Wenn er zu lange steht, trennt sich die Flüssigkeit vom Schaum, und das Ergebnis wird klumpig.
Die häufigsten Fehler – und wie Ihr sie vermeidet
- Zu viel Luft: Der Schaum wird grob und ungleichmäßig. Lösung: Die Dampflanze nur kurz an der Oberfläche halten und dann tiefer tauchen.
- Falsche Temperatur: Zu heiß = bitter, zu kalt = wässrig. Lösung: Ein Thermometer nutzen oder die Handprobe machen.
- Ungleichmäßiger Wirbel: Der Schaum wird klumpig. Lösung: Den Krug schräg halten und die Dampflanze seitlich positionieren.
- Zu lange warten: Der Schaum trennt sich. Lösung: Sofort nach dem Aufschäumen verwenden.
Schritt-für-Schritt: Cremiger Milchschaum in 5 Minuten
- Füllt den Milchkrug zu einem Drittel mit kalter Milch (4–6 °C).
- Taucht die Dampflanze kurz ein, um sie zu reinigen, und startet dann den Dampf.
- Haltet die Lanze knapp unter die Oberfläche, bis die Milch um etwa ein Drittel zugenommen hat.
- Taucht die Lanze tiefer und haltet den Krug schräg, um einen Wirbel zu erzeugen.
- Erhitzt die Milch auf 60–65 °C und poliert den Schaum mit einem kurzen Nachdampfen.
- Klopft den Krug einmal auf die Arbeitsfläche und gießt den Schaum sofort in den Espresso.
Wenn Ihr diese Schritte beherrscht, seid Ihr bereit fürs nächste Kapitel: Latte Art für Anfänger. Dort lernt Ihr, wie Ihr aus Eurem perfekten Schaum Herzen und Rosetten zaubert – und Eure Gäste beeindruckt.
Warum die Vorbereitung alles ist: Espresso und Milch als Leinwand
Ihr habt im vorherigen Kapitel gelernt, wie man Milchschaum mit seidiger Textur zubereitet – jetzt geht es darum, diese Kunst auf die nächste Stufe zu heben. Latte Art ist wie Malen mit Milch, und eure Leinwand ist der Espresso. Doch bevor Ihr loslegt, müsst Ihr sicherstellen, dass beide Komponenten perfekt sind. Ein guter Espresso sollte eine gleichmäßige, haselnussbraune Crema haben, die nicht zu dunkel und nicht zu hell ist. Die Milch muss glatt und glänzend sein, ohne große Blasen, und eine Temperatur von etwa 60–65°C haben. Wenn die Milch zu heiß ist, verliert sie ihre Süße und wird dünnflüssig, was die Latte Art erschwert. Zu kalt? Dann verbindet sie sich nicht richtig mit dem Espresso, und das Muster zerfließt.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Tasse. Sie sollte vorgewärmt sein, damit der Espresso nicht zu schnell abkühlt. Ideal sind Tassen mit einer breiten Öffnung, etwa 150–200 ml, damit Ihr genug Platz habt, um die Milch zu gießen und das Muster zu formen. Haltet die Tasse leicht schräg, etwa in einem 45-Grad-Winkel, wenn Ihr die Milch einschenkt. Das gibt Euch mehr Kontrolle über den Milchstrahl und hilft, die Crema gleichmäßig zu durchbrechen.
Der erste Schritt: Das Herz – einfacher als Ihr denkt
Das Herz ist das klassische Einstiegsmotiv in die Latte Art. Es sieht beeindruckend aus, ist aber mit etwas Übung schnell gemeistert. Beginnt damit, die Milch langsam in die Mitte der Tasse zu gießen. Der Strahl sollte dünn sein, fast wie ein Bleistiftstrich. Wenn die Tasse etwa zur Hälfte gefüllt ist, erhöht Ihr die Gießgeschwindigkeit und bewegt den Milchkrug leicht nach vorne, sodass der Strahl breiter wird. Jetzt kommt der entscheidende Moment: Zieht den Krug in einer schnellen, geraden Bewegung nach oben. Die Milch fließt dabei in die bereits gegossene Fläche und bildet die Spitze des Herzens.
Der Trick liegt in der Kombination aus Geschwindigkeit und Präzision. Wenn Ihr zu langsam gießt, verteilt sich die Milch zu gleichmäßig, und das Muster wird unscharf. Zu schnell, und die Milch reißt ab, bevor das Herz fertig ist. Übt diesen Bewegungsablauf zunächst ohne Milch, indem Ihr einfach Wasser in eine Tasse gießt. So bekommt Ihr ein Gefühl für den Rhythmus.
Von einfach zu komplex: Die Rosette meistern
Sobald Ihr das Herz im Schlaf beherrscht, könnt Ihr Euch an die Rosette wagen. Dieses Muster sieht aus wie eine Blüte und besteht aus mehreren Schichten. Beginnt wieder mit einem dünnen Milchstrahl in die Mitte der Tasse. Sobald die Tasse etwa zu einem Drittel gefüllt ist, bewegt Ihr den Krug langsam von links nach rechts, während Ihr gleichzeitig die Gießgeschwindigkeit erhöht. Dadurch entsteht eine wellenförmige Linie. Jetzt kommt der kreative Teil: Nehmt einen Zahnstocher oder eine Latte-Art-Nadel und zieht von der Mitte aus feine Linien nach außen. Diese Linien teilen die Wellen in einzelne Blütenblätter auf.
Die Rosette erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl als das Herz, aber mit Geduld werdet Ihr schnell Fortschritte machen. Ein Tipp: Gießt die Milch nicht zu hoch in die Tasse, sonst verliert das Muster an Klarheit. Und denkt daran, dass die Milchmenge im Krug ausreicht, um das Muster in einem Zug zu vollenden – wenn Ihr zwischendurch nachfüllen müsst, wird es schwierig, die Linien sauber zu ziehen.
Übung macht den Meister: Tricks für schnelle Fortschritte
Latte Art ist wie jede andere Kunstform – Übung ist der Schlüssel. Doch es gibt ein paar Tricks, die Euch helfen, schneller besser zu werden. Einer der besten ist das Üben mit schwarzem Kaffee oder sogar Wasser und Lebensmittelfarbe. So könnt Ihr die Technik perfektionieren, ohne jedes Mal einen neuen Espresso zubereiten zu müssen. Ein weiterer Tipp: Filmt Euch beim Gießen. Oft erkennt man Fehler erst im Video, etwa wenn der Milchstrahl zu ungleichmäßig ist oder die Handhaltung nicht stimmt.
Ein häufiger Anfängerfehler ist es, zu viel Milch zu verwenden. Die Tasse sollte nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt sein, damit das Muster nicht im Milchsee untergeht. Auch die Tassengröße spielt eine Rolle – zu kleine Tassen lassen wenig Spielraum für kreative Muster, zu große machen es schwer, die Milch präzise zu führen. Experimentiert mit verschiedenen Größen, bis Ihr die perfekte Balance gefunden habt.
Fehler vermeiden und eigene Kreationen entwickeln
Auch wenn Ihr die Grundlagen beherrscht, können immer wieder kleine Fehler passieren. Ein typisches Problem ist, dass die Milch zu blasig ist. Das passiert, wenn Ihr zu viel Luft in die Milch einbringt oder sie nicht richtig “rollt”. Die Lösung: Schlagt die Milch zunächst nur kurz auf, bis sie etwa die Konsistenz von flüssiger Sahne hat, und poliert sie dann, indem Ihr die Dampflanze tiefer in den Krug taucht und die Milch kreisen lasst.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das zu frühe oder zu späte Gießen. Wenn Ihr zu früh beginnt, vermischt sich die Milch zu stark mit dem Espresso, und das Muster wird unscharf. Beginnt erst, wenn der Espresso eine stabile Crema gebildet hat, aber nicht zu lange wartet – sonst verliert die Crema ihre Festigkeit. Mit der Zeit entwickelt Ihr ein Gefühl dafür, wann der perfekte Moment gekommen ist.
Sobald Ihr die Grundmuster beherrscht, könnt Ihr kreativ werden. Kombiniert Herzen mit Rosetten, probiert geometrische Muster aus oder lasst Euch von Alltagsgegenständen inspirieren. Ein Tipp: Schaut Euch Barista-Zubehör und Inspirationen an, um neue Ideen zu sammeln. Latte Art ist nicht nur eine Technik, sondern eine Kunst – und wie bei jeder Kunst gibt es keine Grenzen, solange Ihr Spaß am Experimentieren habt.
Zum Schluss noch eine kleine Galerie mit Motiven zum Nachmachen:
- Einfaches Herz: Perfekt für den Einstieg
- Rosette: Die klassische Blüte
- Tulpe: Eine Abwandlung des Herzens mit zusätzlichen Linien
- Schwan: Etwas anspruchsvoller, aber ein echter Hingucker
- Stern: Geometrisch und modern
Fangt mit den einfachen Motiven an und steigert Euch langsam. Mit etwas Geduld werdet Ihr bald Latte Art zaubern, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch aussieht wie aus einem Café.
Genießt Euren Kaffee!
Espresso, Milchschaum und Latte Art – das klingt nach Profi-Kaffeehaus, aber mit ein bisschen Übung und den richtigen Tricks wird Eure Küche zum Lieblingscafé. Der beste Teil? Es ist ein Hobby, das nicht nur leckere Ergebnisse liefert, sondern auch entspannt, inspiriert und jeden Tag ein bisschen schöner macht. Ob Ihr morgens mit einem perfekt gebrühten Espresso startet oder nachmittags mit Freunden Latte Art übt – die Freude am Machen und das Staunen über das Ergebnis sind unbezahlbar. Und das Beste: Ihr braucht nicht das teuerste Equipment, um loszulegen. Mit ein paar Basics und etwas Geduld werdet Ihr schnell Fortschritte sehen. Also, worauf wartet Ihr? Holt die Maschine raus, probiert die Tipps aus und lasst Euch von der Barista-Magie verzaubern. Und falls Ihr noch auf der Suche nach dem perfekten Equipment oder Zubehör seid, schaut doch mal bei uns vorbei – wir haben die besten Deals für Euch gesammelt: doobeedoo.deals. Auf viele cremige, aromatische und kreative Kaffeemomente!